Auf kaiserlichen Spuren vorbei am Blaustein
Kapelle im Klauser Wädchen von weitem
In der StädteRegion Aachen gibt es viele schöne Fleckchen, die als Geheimtipps gelten und wo man seine Zeit in Ruhe verbringen kann. Eines dieser Fleckchen ist das Klauser Wäldchen in Kornelimünster, einem Vorort von Aachen. Das Besondere: Im Klauser Wäldchen kann man sich auf den Spuren des Kaisers Napoleon Bonaparte bewegen und kaiserliche Mauern berühren.

Das Klauser Wäldchen eignet sich wunderbar zum Wandern durch die Natur, denn es gibt wirklich einiges zu sehen. Einen festen Wanderweg vorzuschlagen wäre hier sehr schade, da man auf einer Route nicht alles erfassen kann, daher gibt es hier eine Zusammenfassung der Orte im Klauser Wäldchen, die es wert sind gesehen zu werden.

Station 4 der sieben Schmerzen Mariens
Andachtsweg der sieben Schmerzen Mariens

Auf dem Weg in das Klauser Wäldchen hoch zur Klauser Kapelle geht man über einen Schotterweg, der rechts von einigen Kreuzen begleitet wird. Die sieben Kreuze stellen die sieben Schmerzen Mariens dar; der Weg ist ein sehr alter Andachtsweg.

Die heute dort zu sehenden Kreuze sind Neuanfertigungen aus dem Jahre 1908, der Weg selbst ist jedoch bedeutend älter.

Klauser Kapelle

Die Klauser Kapelle «Maria im Schnee» ist ein kleiner einschiffiger Bruchsteinbau aus dem Jahre 1658. Über dem Portal der Klauser Kapelle ist zu lesen: «Frère Toma Larondel Ermit Anno 1658» (Bruder Toma Larondel Ermit im Jahre 1658).
Rechts vom Eingang stößt man auf einem Bildblock mit Informationen zum Bau mit dem Wappen des Abtes Rüttger Stephan von Neuhoff-Ley.

Ausschnitt der Krippe innerhalb der Kapelle
Im Innenraum der Kapelle ist jedes Jahr um die Weihnachtszeit bis Anfang Februar des kommenden Jahres eine Krippe aus Stein und Moos mit einem kleinen Wasserlauf und Figuren aufgebaut, welche abends im Schein der Kerzen und Lichter in der Kapelle erstrahlt.

Auf dem Vorplatz der Kapelle sieht man auf der linken Seite mehrere Steinsäulen. Diese Steinsäulen wurden um 1812 von Kaiser Napoleon Bonaparte für seine Stieftochter Hortense, die Gemahlin seines Bruders Louis Bonaparte errichtet, um als Unterbau für einen Pavillon zu dienen. Der Bau wurde nie fertiggestellt und so stehen bis heute dort nur die Stützpfeiler für das geplante Bauwerk.

Neben der Kapelle auf einer in den Berg gebauten Terrasse steht ein aus Stein errichteter Obelisk mit der lateinischen Inschrift:

MUNIFICENTIA FRIDERICI WILLHELMI III REGIS BORUSSORUM CIRCUMMIACENS SILVULA ECCLESIAE CORNELIOMONASTER DONABATUR. III NON FEBR. MDCCXIX

übersetzt: Durch Friedrich Wilhelm III., des preußischen Königs Freigiebigkeit, ist der umliegende kleine Wald der Kirche von Kornelimünster am 3. Febr. 1819 geschenkt worden

Vorplatz der Kapelle mit dem Ausschank Zur Klause
Ausschank Zur Klause

Auf dem Vorplatz der im Grünen gelegenen, beschaulichen Kapelle gibt es auch einen privaten Ausschank mit dem Namen Zur Klause. Älteren Besuchern wird es vielleicht noch in Erinnerung geblieben sein, dass an selber Stelle auch die damalige Bewohnerin des Hauses bereits einen Ausschank betrieben hat.

Seit kurzem ist diese Tradition wieder aufgefrischt und die aktuellen Bewohner des Hauses an der Klauser Kapelle bieten zu Preisen von je einem Euro sowohl kalte Getränke, als auch Heißgetränke zum Verzehr im freien an. Die Öffnungszeiten des Ausschanks Zur Klause sind frei.

Blick von Station 4 auf den Kalkofen
Kalköfen und Blausteinvorkommen

Im Klauser Wäldchen und im umliegenden Gebiet sieht man an einigen Stellen alte Kalköfen, welche um 1900 erbaut wurden. Diese Öfen wurden wegen der großen Blausteinvorkommen in der Region errichtet. Der Aachener Blaustein ist ein Naturstein mit dem Alter von etwa 290 Millionen Jahren, welcher frisch geschlagen eine blaue Färbung hat. Der Witterung ausgesetzt ändert er seine Farbe hin zu grau.

In den Kalköfen wurde bis in die 50er Jahre Kalk gebrannt, danach änderte sich die Struktur der Kalkindustrie und es war rentabler sehr große Kalkwerke zu betreiben, anstelle der einzelnen Kalköfen. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurden die Walheimer Kalkwerke mit 5 großen Kalköfen zu einem der bedeutendsten Zentren für die Kalksteinproduktion in Deutschland.

Kalkofen an der Bilstermühle
Von Station 4 des Kreuzweges der sieben Schmerzen Mariens kann man über eine Wiese - einen zugeschütteten Kalksteinbruch - hinweg einen größeren der alten Kalköfen sehen. Einen weiteren kleineren Kalkofen kann man besichtigen, wenn man von Station 4 des Kreuzweges in Richtung K13 (Bilstermühler Straße) wandert.

Auf dem Weg durch das Klauser Wäldchen sieht man zur rechten Seite Reste des Blausteinvorkommens der Region. Auf der linken Seite sieht man teilweise eingezäunt die Reste eines nicht ganz zugeschütteten Steinbruchs. Folgt man dem Trampelpfad weiter kommt man zu einer kleinen Treppe. Von dieser Position aus kann man direkt in den Kalkofen an der Bilstermühle sehen, geht man die Treppe hinunter findet man eine Tafel mit weiteren Informationen zu dem Kalkofen.
Reste des Blausteinvorkommens... ..zu sehen an einer alten Abbruchkante Treppe am Kalkofen an der Bilstermühle Auch die Inde fließt durch das Klauser Wädchen eine weitere Abbruchkante Bildblock mit Informationen zum Bau und dem Wappen des Abtes Rüttger Stephan von Neuhoff-Ley Stützpfeiler für den kaiserlichen Pavillon Sonnenuhr an der Kapelle Klauser Kapelle Denkmal auf einer Terasse neben der Kapelle mit Ausblick über das Tal Ausschank Zur Klause mit Kapelle im Abendlicht