Interview mit dem Macher des Stolberg-ABC, dem Alphabet der Heimatkunde
Friedrich Holtz, Macher des Alphabets der Heimatkunde
Wo kommt für Sie die Motivation her, ein so tolles aber auch arbeitsintensives Projekt wie das «Stolberg-ABC» durchzuführen?

Holtz: Ich bin eine Art Aborigine meiner Heimatstadt Stolberg. Vor 20-25 Jahren habe ich angefangen Mineralien zu sammeln als eine Art Ausgleich zum Berufsleben. Schließlich fand ich Erzmineralien und begann darüber nachzudenken, was man damit machen könnte, und so bin ich auf die Industriegeschichte Stolbergs gekommen und dann hat sich das alles ergeben...

Wie genau ist denn nun Ihr «Stolberg-ABC» entstanden?

Holtz:Ich habe immer sehr viel gelesen, vor allem über Stolberg und so machte ich mir zu vielen Stichworten Notizen, die ich dann in einer Art Zettelkasten sammelte. Allerdings gab es zu vielen Stichworten eine Menge ungeklärter Begriffe, die ich dann mit einem Fragezeichen versehen habe. Über diese Begriffe wollte ich noch mehr herausfinden. Irgendwann fing ich dann an, diese ganzen Begriffe und Stichworte in einen Computer-Editor einzugeben, und auf einmal hatte ich 100 Seiten Text.

Wie kam es dann zur Veröffentlichung Ihres «Stolberg-ABC»?

Holtz: Vor einiger Zeit gab es am Ritzefeld-Gymnasium ein Projekt, das sich mit der Schwermetallbelastung in Stolberg und der Frage, wo diese Metalle herkommen, beschäftigte. Da wandte sich eine Gruppe von Schülern an mich, die ein Kurzreferat zu diesem Thema halten sollten. Manchmal riefen sie mich bei Unklarheiten an, und dann habe ich immer das «Stolberg-ABC» zu Hilfe genommen.Dieses war aber zu diesem Zeitpunkt noch in der Rohfassung und enthielt einige Lücken. Herr Baral, ein Lehrer des Ritzefeld-Gymnasiums, und eine Referendarin wurden auf mein «Stolberg-ABC» aufmerksam. Sie waren davon überzeugt, dass man es veröffentlichen sollte.

Ich wusste, dass aber noch viel dran zu tun war, auch wenn es ja im Grunde nie fertig werden wird, da es immer noch etwas zu ergänzen geben wird. Jedoch stellte sich mir die Frage, wie man mein «Stolberg-ABC» veröffentlichen könnte. So etwas ist ja eigentlich immer sehr teuer. Allerdings gibt es ja das Internet, welches mir eine fast kostenlose Möglichkeit zur Veröffentlichung des «Stolberg-ABC'» bot. Schließlich fungierte ich mit verschiedenen Stolberger Museen und mein «ABC» wurde online gestellt.

2001 war meine Homepage allerdings noch eine reine Textversion (man könnte auch «Textwüste» sagen), doch mit der Zeit erhielten auch ältere Menschen die Möglichkeit das Internet zu nutzen und meine Seite zu besuchen, wodurch sie immer weiter verbessert wurde, da sie mich durch ihr Wissen mein «ABC» ergänzten.

Was wissen Sie über die StädteRegion Aachen?

Holtz: Ich weiß nur, dass die StädteRegion ein kommunaler Zusammenschluss aus Städten und Gemeinden ist, allerdings weiß ich das alles auch nur aus der Presse. Wahrscheinlich ist eine allgemeine Politikverdrossenheit eine Erklärung für die weit verbreitete Unwissenheit.

Was macht Stolberg für Sie aus?

Holtz: Das ist natürlich eine höchst subjektive Frage. Also seit einigen Jahren bin ich auch Stadtführer in Stolberg, und für mich sind die Merkmale für Stolberg die Kupferhöfe. Die Kupferhöfe finde ich sogar noch bedeutender als die Burg, denn Burgen gibt es in vielen Städten. Die Kupferhöfe allerdings zeigen die Entwicklungsgeschichte des Messings und die der Höfe selber, von einst einfachen zu prunkvollen Kupferhöfen. Durch sie bringt man Touristen die Geschichte Stolbergs ein Stücken näher.

An zweiter Stelle steht für mich die Altstadt, wobei sich beides zum Glück nicht trennen lässt. Außerdem finde ich, dass man die Galmeifluren mehr «vermarkten» sollte, da es diese wirklich nur ein Mal auf der ganzen Welt gibt: nämlich im Raum Stolberg, wo es ein Dutzend modellhaft ausgebildete Standpunkte gibt. Daher mache ich jedes Jahr Galmeifluren-Exkursionen, die jedoch kaum umworben werden und daher ist die des letzten Jahres sogar wegen zu wenig Teilnehmern ausgefallen.

Doch Stolberg hat insgesamt eine sehr einzigartige Pflanzensoziologie, die es in dieser Form nur hier gibt. Sie zeichnet sich zum Beispiel auch durch andere botanische Besonderheiten, wie verschiedenen Orchideenarten aus.

Vielen Dank für dieses Interview, Herr Holtz!
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