Das Herz der Kaiserstadt
Aachener Dom von außen
Wenn man eine Seite über die Städteregion Aachen macht, darf natürlich einer nicht fehlen: Der Aachener Dom, denn er ist in Aachen und Umgebung nicht wegzudenken, steht ja das karolingische Oktogon, der älteste Teil, schon seit dem 8. Jahrhundert hier.

Bedeutung & Geschichte

Der Aachener Dom ist die Bischofskirche des Bistums Aachen, Patronin ist die Hl. Maria. Kaiser Karl der Große machte Aachen um 800 zum Mittelpunkt seines europäischen Reiches - zum «zweiten Rom». Hier baute er seine zentrale Residenz mit der Pfalzkapelle, dem Kernbau des heutigen Aachener Domes. Aachen ist Ausgangspunkt neuer Staatsordnungen und Kirchenreformen, die für Jahrhunderte prägend blieben. Als Karl der Große 814 starb, wurde die Kirche der Pfalz seine Begräbnisstätte. 936 begann mit der Krönung Otto I. die 600-jährige glanzvolle Geschichte der Aachener Krönungen. Die hier aufbewahrten Reliquien lie&azlig;en seit dem Mittelalter Aachen und den Aachener Dom zu einer der bedeutendsten Wallfahrtsstätten der Christenheit aufsteigen. Der Dom erhielt seine heutige Gestalt im Lauf von mehr als 1200 Jahren. Kaiser, Könige und Pilger stifteten die überaus reiche Ausstattung und andere Schätze. Das überragende Hauptwerk der karolingischen Architektur ist heute eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler von europäischem Rang. Als erstes deutsches Denkmal wurde der Aachener Dom 1978 mit seinem Kunstschatz in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Schon im Mittelalter wurde der Dom bewundert und nachgeahmt, so etwa im Essener Dom, dem Alten Turm in Mettlach und in der elsässischen Abteikirche Ottmarsheim.

Der Bau

Der heutige Dom besteht aus mehreren Teilbauten: Dem Oktogon in der Mitte, der gotischen Chorhalle im Osten, dem Westwerk und einigen Seitenkapellen.

Das karolingische Oktogon (Pfalzkapelle)

Das karolingische Oktogon bildet das Zentrum des Doms und ist sein ältestes Teilstück. Erbaut wurde es im 8. Jahrhundert von Franke Odo von Metz. Mehrere hundert Jahre lang war die Pfalzkapelle eines der größten Gebäude nördlich der Alpen. Konstruiert ist das Oktogon nach Vorbildern, wie zum Beispiel San Vitale in Ravenna.

Wie dort wird das innere des Oktogons durch starke Pfeiler gebildet auf denen ein achteckiges Klostergewölbe liegt. Um dieses innere Oktogon herum läuft ein 16-seitiger, mit niedrigen Kreuzgewölben versehener Umgang, über dem sich eine hohe Galerie befindet. Öber der Galerie erhebt sich ein achteckiger Tambour mit Fensteröffnungen, auf welchem das Kuppelgewölbe liegt. Die oberen Galerieöffnungen sind durch Säulengitter gegliedert. Diese Säulen sind teilweise antik und stammen aus Italien. Karl der Große ließ sie der Überlieferung nach am Ende des 8. Jahrhunderts aus Rom und Ravenna nach Aachen schaffen. Sie wurden während der französischen Besetzung des Rheinlandes 1794 ausgebrochen und nach Paris geschafft, kamen aber bis auf einige im Louvre verbliebene Stücke nach Aachen zurück. In den 1840er Jahren wurden sie wieder an ihrem ursprünglichen Ort eingebaut, fehlende Säulen wurden neu hergestellt. Das Kuppelmosaik - Christus als triumphierenden Weltenherrscher, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten, dem die 24 Ältesten aus der Apokalypse des Johannes ihre Kronen darbringen - wurde in den Jahren 1880/81 geschaffen. Gekrönt wird das Oktogon durch die eigentümliche barocke Dachhaube.

Westwerk

Das Westwerk des Domes ist karolingischen Ursprungs, davon erhalten sind die beiden seitlichen Türme sowie der dazwischenliegende Zugang. Diesem vorgelagert ist die Vorhalle aus dem 18. Jahrhundert. Die darin angebrachten bronzenen Torflügel, die so genannten Wolfstüren, wurden um 800 gegossen und befanden sich ursprünglich zwischen Westwerk und Oktogon. Die oberen Stockwerke des Westwerks wurden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und im 17. Jahrhundert umgestaltet. Der hohe Turmabschluss wurde zwischen 1879 und 1884 errichtet.

Chorhalle

An das Oktogon wurde zwischen 1355 und 1414 der gotische Chor angebaut. Die Initiative dazu ergriff der amtierende Aachener Bürgermeisters Gerhard Chorus (1285-1367). Die Außenwand der Chorhalle ist weitestgehend in Fenster aufgelöst. Sie misst 25 Meter in der Länge, 13 Meter in der Breite und ist 32 Meter hoch. Die Architektur orientiert sich am Vorbild der Sainte-Chapelle in Paris. Zur Sicherung der Gewölbe der Aachener Chorhalle wurden bereits während der Bauzeit eiserne Zuganker eingebaut, um den Seitenschub auf das schmale Tragwerk zu reduzieren und dazwischen möglichst viel Fensterfläche zu belassen.

Seitenkapellen

Rings um das Oktogon scharen sich, im Uhrzeigersinn, mehrere Seitenkapellen. Dies sind die Matthiaskapelle (1414), welche zur selben Zeit wie die Chorhalle errichtet wurde. Südlich neben der Matthiaskapelle schließt sich die Annakapelle (vor 1449) an. Sie war ursprünglich nur als Vorbau zu einem Domportal gedacht, doch später schloss man die Wände und nutzte den Raum als Kapelle. Am Westwerk schließen sich zwei weitere Kapellen an. Südlich die Ungarnkapelle (1367 und 1756-1767), welche im 18 Jahrhundert, zur Betreuung ungarischer Pilger, im barocken Still neu errichtet wurde. Nördlich die Nikolaus- und Michaeliskapelle (vor 1487), sie ist der ehemalige Begräbnisort der Stiftsherren des Aachener Münsterstifts. An das Oktogon wurde in nordöstlicher Richtung die Karls- und Hubertuskapelle (1455-1474) angebaut.

Besonderes

Der Thron

Im westlichen Galeriejoch - im Obergeschoss gegenüber dem Chor - steht der Aachener Königsthron, der in den vergangenen Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher Untersuchungen war. Der ursprünglich karolingische Thron war aus Holz und Spolien aus der Grabeskirche in Jerusalem gefertigt. Aussehen und Standort des Thrones in der Kapelle wurden im Lauf der Jahrhunderte verändert. Der Königsthron geht auf die Zeit Karls des Großen zurück. Der Thronsitz selber ist karolingisch; er ist aus kostbaren Marmorplatten zusammengefügt. Über 30 Könige bestiegen nach Wahl und Weihe diesen Thron.

Der Barbarossaleuchter

Im Mittelalter hingen in den Stiftskirchen mindestens 38 gewaltige Radleuchter, gerade vier haben überlebt. Einer davon ist der so genannte Barbarossaleuchter im Aachener Dom. Er war eine Stiftung von Kaiser Friedrich Barbarossa und seiner Gemahlin Beatrix. Das besonderen an diesem Radleuchter ist das er das einzige sechzehneckige Exemplar unter seinen zwölfeckigen Geschwistern ist und somit den Grundriss der karolingischen Pfalzkapelle aufnimmt. Mehr als 4 Meter erreicht er im Durchmesser, und 16 Türme schmücken ihn, deren Höhe fast einen Meter erreicht. Seit ihrer Montage, vermutlich anlässlich der Erhebung der Gebeine Karls des Großen durch seinen Nachfolger Barbarossa im Jahr 1165, hat die gewaltige Konstruktion den Dom nicht mehr verlassen; der Eisenreifen passt durch keine Tür. Doch von 1991 bis 1998 wurden die Schmuckteile gesichert und saniert.

Die Glocken

Die Glocken des Aachener Doms sind eines der schönsten und größten erhaltenen Barockgeläute Deutschlands.

Marienglocke (Ton g)

Bevor Sie 1958 neu gegossen wurde wog Sie 5800 Kg (Im 2. Weltkrieg wurde sie eingeschmolzen). Heute hat die Marienglocke ein Gewicht von 6045 Kilogramm. Sie hat einen Durchmesser von 2 Metern. Ihre Weihe war am 12.6.1958.

Karlsglocke (Ton h)

Die Karlsglocke wiegt 2900 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 165 cm. Gegossen wurde sie 1659 von Franz und Jakob van Trier.

Johannes-Evangelist-Glocke (Ton d)

Gegossen 1656, ist sie die älteste Glocke des Domgeläuts. Sie ist 1400 Kilogramm schwer und hat einen Durchmesser von 135 cm.

Johannes der Täufer-Glocke (Ton e)

Sie ist 1225 Kilogramm schwer mit einem Durchmesser von 120cm. Gegossen wurde sie 1659, ebenfalls von Franz und Jakob van Trier.

Leopardusglocke (Ton fis)

Sie wiegt 850 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 110 cm. Auch sie wurde 1659 von Franz und Jakob van Trier angefertigt.

Stephan von Ungarn-Glocke (Ton g)

Die Stephan von Ungarn-Glocke wiegt 715kg. Ihr Durchmesser misst 1 Meter. Auch Sie wurde von Franz und Jakob van Trier gegossen.

Petrusglocke (Ton a)

Die Glocke wiegt 425 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 89 cm. Wie die anderen 1659 gegossen.

Simeonglocke (Ton h)

Diese Glocke ist 290 Kilogramm schwer und hat einen Durchmesser von 80 cm. Damit ist sie die kleinste der Glocken im Aachener Dom.
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