Wer durch Aachen einen Spaziergang unternimmt, wird auf der rechten Straßenseite Richtung Stadttheater auf dem Gehweg mehrere kleine Brunnen auffinden. Diese Quellen gehören zum Aachener Elisenbrunnen, der sich auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz befindet.
Geschichte
Schon zur Zeit der Römer gab es zahlreiche Thermalquellen (Thermen) in Aachen; deshalb bauten die Römer schon im 5. Jahrhundert vor Christus öffentliche Bäder in Aachen. Sie versprachen sich von den Quellen eine heilende Wirkung. Aus diesem Grund schätzte man die Kaiserquellen sehr und Aachen galt seit dem Zeitpunkt als Kur- und Badeort.
Der Bau
1822 begann man um die Kaiserquellen herum den Elisenbrunnen auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz zu bauen. Im Jahre 1827 wurde der Bau beendet. Die Architekten des Brunnens waren Johann Peter Cremer und Karl Friedrich Schinkel, der schon vorher für seine prachtvollen Bauten bekannt wurde (unter anderem das Schloss Tegel in Berlin und die Römischen Bäder in Potsdam).Auch das nicht weit entfernte Stadttheater wurde zur selben Zeit und im selben Stil erbaut.
Der Stil galt ganz der Nachahmung des klassischen Altertums. Im Vordergrund standen dabei die griechische Antike und der Tempelbau der Griechen. In der Fachsprache wird diese Bauart als «klassizistisch» bezeichnet.
Die in drei bis vier Metern in der Tiefe liegenden Trinkbrunnen waren nun nur noch über zwei Treppen links und rechts von der Halle zugänglich.
In der Mitte des Gebäudes befindet sich eine große Halle, welche sowohl von außen als auch von innen mit Säulen verziert ist. Der Elisenbrunnen wurde schon von vielen Prominenten besucht. Um an diese zu erinnern, stellte man Steintafeln in der großen Halle auf. Zu diesen Prominenten gehören unter anderem Peter der Große, Friedrich der Große, Giacomo Casanova und Georg Friedrich Händel.
Der Pavillon rechts diente 1907 als Büro für den Aachener Verkehrsverein, der erst 1902 gegründet wurde; der linke bot Raum für ein Restaurant, in dem man für das schwefelhaltige Wasser zu der damaligen Zeit noch bezahlen musste.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im 2. Weltkrieg wurde der Elisenbrunnen durch zahlreiche Bombenangriffe zerstört. Erst einige Jahre nach der Zerstörung - im Jahr 1950 - wurde der Brunnen originaltreu wiederaufgebaut. Der weltberühmte Architekt Ludwig Mies van der Rohe versprach der Aachener Bevölkerung einen kompletten und unveränderten Wiederaufbau. Wie es kommen musste, wurden ein paar Veränderungen vorgenommen: So wurden die Räumlichkeiten des Restaurants und des Büros des Aachener Verkehrsvereins getauscht. Zudem fand man nun zwei kleinere Brunnen auf dem Gehsteig vor dem Elisenbrunnen - so wie es heute noch besteht.



