Durch kleine Gassen unterwegs durch die Kupferstadt
Kupferhof Rosenthal in Stolberg
Zur Stolberger Altstadt gehören nicht nur - wie die meisten wohl glauben - der Steinweg und die Burgstraße sowie die kleinen verwinkelten Gassen, nein auch und vor allem die alten Kupferhöfe machen die Stolberger Altstadt aus. Die ersten Überlieferungen der Stolberger Altstadt finden sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1118.

Die industrielle Größe Stolbergs ist auf die Entwicklung der Stolberger Messingindustrie zurückzuführen, von daher ist die Altstadt auch heute noch sehr durch die alten Kupferhöfe geschmückt. Der besondere Vorteil der Stolberger Kupfermeister gegenüber anderen Kupfermeistern war, dass sie nicht an eine Zunftstatue gebunden waren. So zogen schnell auch Kupfermeister aus Aachen und den naheliegenden Städten nach Stolberg.

Die Stolberger Kupferhöfe waren in den frühen Jahren hauptsächlich aus Bruchstein festungsartig um einen Innenhof gebaut, denn vielfach waren die Kupfermeister gezwungen, sich gegen Kriegsvolk und Gesindel mit Waffen zu wehren; ein Wassergraben, der gleichzeitig mit einem Stauweiher für den Betrieb der Mühlen verbunden war, bot zusätzlichen Schutz. Im Hof lag meistens das Herrenhaus, das Ofenhaus mit seiner Vielzahl von Schornsteinen, entsprechend der Anzahl der Schmelzöfen, die Kupferkammer für das Abwiegen von Güssen und die Kohleschuppen sowie das Mondohlhäuschen zum Säubern von metallhaltiger Galmeischlacke. Daneben war noch das Mühlengebäude zum Mahlen von Galmei und Getreide untergebracht. Außerdem gehörten zum Kupferhof die Wirtschaftsgebäude fär Zugpferde und sonstiges Vieh sowie ein Backhaus und ein Braukessel, wo das Bier für die Ofen- und Mühlenknechte gebraut wurde. Nachdem das Schutzbedürftnis im 18. Jahrhundert nachließ, öffneten sich die Kupferhöfe nach außen. An die Stelle der Wehrhaftigkeit trat der repräsentative Charakter der Gebäude.

Die Kupfermeister gehörten fast ausschließlich der reformierten evangelischen Kirche an. Wir finden im Jahre 1575 die ersten reformierten Gottesdienste, für die Leonhard Schleicher seinen Kupferhof zur Verfügung stellte.

Torburg der Burg Stolberg
Die Burg Stolberg

Im oberen Vichttal gelegen, auf einem Kalksteinfelsen erbaut, und mit seinen Wohnhäusern und wuchtigen Türmen einladend, liegt die Burg Stolberg. Durch ihre feste Verankerung im Gestein wirkt die Burg als sei sie aus dem Felsen herausgewachsen und ragt mit einem umso mächtigeren Schein über das gemütliche Städtchen.

Da durch den ehemaligen Namen der Burg (Stahlburg) die Stadt Stolberg auch zu ihrem Namen gekommen ist, werden jährlich zu den zwei Stolberger Stadtfesten (im Frühling und Herbst) auf Burg Stolberg Ritterfestspiele gehalten. Zu diesem Festspielen erstrahlt die Burg in ihrem ursprünglichen, mittelalterlichen Glanz. Organisiert von den Stolberger Burgrittern werden Marktstände, eine Schmiede, Schänken und Grillhäuser und für die kleinen mittelalterliche Spiele hergerichtet und angeboten.