Sportstätte mit überregionaler historischer Bedeutung
Stadion am Lindenplatz
1921 wurde im Stadion am Lindenplatz der Spielbetrieb aufgenommen. Die Sportstätte des SV Rhenania 05 Würselen verfügt von Anfang an über eine überdachte Tribüne, gar nicht so selbstverständlich damals.

Früher wurden hier nach heutigem Maßstab unglaubliche Erfolge errungen. Eine Stadt von damals knapp 15.000 Einwohnern stellte mit «ihrer Rhenania» im Jahr 1925 den Westkreis- und Rheingaumeister.

Offensichtlicher wird die Bedeutung dieser Sportstätte allerdings, wenn man seine Geschichte unmittelbar vor und nach dem II. Weltkrieg betrachtet:

Das Stadion am Lindenplatz in der Nazi-Zeit:

Wird derzeit erarbeitet

Das Stadion am Lindenplatz in der Nachkriegszeit:

Spielszene aus dem Jahre 1948
Bereits im Jahre 1945 waren es Peter Queck, Johann Simons und Willy Franken, die zusammen mit einigen alten Vorstandsmitgliedern die Wiederaufnahme des Spielbetriebes bewerkstelligten. Und zwei Jahre später gelang der große Wurf: Als Meister beendete die Rhenania die Gruppenspiele des Fußballverbandes Mittelrhein. Zwei schwere Entscheidungsspiele waren zu bestreiten. Nach der unvergessenen 1:0 Sonnenschlacht im Köln-Müngersdorfer Stadion war das höchste Ziel, die Oberliga West (heute 1.Bundesliga) erreicht.

Die Stadt Würselen, kaum 15.000 Einwohner groß, stellte mit der Rhenania eine Oberliga-Mannschaft. Das war der größte Erfolg, den die Rhenania-Fußballer jemals errangen. Der siegreichen Mannschaft von damals gehörten an:
Steinhauer, Bosch, Römgens, Wehren, Peter Queck, Hanf, Eschweiler, Mohren, Derwall, Simons, Plum, Heinrichs, Mainz und Frauenrath. Ganze zwei Jahre war die Rhenania aus Würselen in ganz West-Deutschland in aller Munde. Die schwarzen Teufel machten soviel Furore, dass der Name Würselen durch sie in die deutschen Lande hineingetragen wurde. » de.wikipedia.org

Wahrscheinlich habt ihr das ja überlesen; aber im Stadion am Lindenplatz begann die Karriere des deutschen Bundestrainers Jupp Derwall, seinerzeit auch «Häuptling ondulierte Silberlocke» genannt.

Unter Jupp Derwall wurde die deutsche Nationalmannschaft 1980 Europameister und 1982 Vizeweltmeister. Nach ihm kam Beckenbauer.
Der Ruhm des im Stadion am Lindenplatz ansässigen Sportvereins SV Rhenaina 05 Würselen (oder wie sein Name im Verlaufe der Insolvenzverfahren der letzten Jahre auch zwischendurch immer mal wieder gewesen sein mag) ist längst verblasst, obwohl so unterschiedliche Fußballgrößen wie der Fußballprofi Fitim Kacik und der heutige Fraktionsvorsitzende der SPE im Europäischen Parlament Martin Schulz sich hier in ihrer Jugendzeit die Stiefel schnürten. » partei.spd.de

Das Stadion am Lindenplatz heute

Stadioneingang in Würselen, Im Winkel 22
Die Spielstätte selber ist hingegen eine in seiner historischen Bedeutung einzigartige Sportstätte in der StädteRegion Aachen, allerdings auch eine Anlage, die es - ganz unabhängig von der sportlichen Leistungsfähigkeit des dortigen Vereins in der Zukunft schwer haben dürfte zu überleben: Innerstädtisch gelegen und dabei so idyllisch eingefasst, dass selbst zugezogene Würselener sie nicht erkennen, wenn sie davor stehen, wird sie auf kurz oder lang eine Beute des Immobiliengeschäfts sein.

Wer also Lust auf einen kleinen Trip zu einer historisch bedeutsamen Sportstätte hat, findet mit dem Stadion am Lindenplatz in Würselen ein Kleinod seiner Art - solange es noch steht.
Stadion am Lindenplatz Stadion am Lindenplatz